Sonntag, 21. Mai 2017

P.

Ich trage dich seit drei Monaten im Bauch. Ich sage nicht, im Herzen. Vielmehr hast du dich wohlig eingelebt zwischen meinen Eingeweiden und kuschelst dich zwischen die warmen Gebilde. Dort bist du, ganz ungezwungen, ganz unbewusst wie ein teil von mir geworden, dass ich nunmehr jede Zelle meines Körpers mit dir ausfülle, ohne es wirklich zu merken. Mein Organismus ist voll von dir.
Nicht nur mein Herz, nicht nur meine Haut, nicht nur die Lippen, die du mal zärtlich und mal voller Leidenschaft küsst.
Ganz unverhofft hast du dich eines Tages in mich hinein gesetzt und irgendwie - konnte ich das nicht einmal aufhalten.
Wie du dort mit deinem Lächeln standest, einen Reiz gesetzt und eine unglaubliche Reaktion ausgelöst hast, ist mir nicht verständlich, kann ich mich doch heute kaum mehr an überhaupt ein Wort  von diesem Tag erinnern. Und doch - seitdem ist alles wie über Kopf.
Ich schlafe nicht gut, wenn du nicht bei mir bist, das Essen schmeckt ohne dich nicht, die Luft riecht nicht gut, wenn du nicht ebenso die Nase hinein hältst. Ich möchte mit dir jeden Augenblick teilen.
Und doch -
Immer wieder scheint dort diese Angst, eine innere Unruhe, die mich bremst, die mich nicht 100% lässt.
Nicht du streust Zweifel, nur ich, ich trage sie tief in mir und weiß manchmal nicht wohin mit ihnen.
Wenngleich du nicht sicher wärst, meine Zweifel wären nicht größer, vielleicht nur bestätigt, und hätten doch nur wieder - ein Ich habe es ja gewusst - Szenario aus meinem Kopf geweckt.
Egal, wie weit wir kommen, mit dir bin ich über viele Grenzen hinaus, habe mich weiter gefunden, mich wieder gefühlt, mich wieder lächeln gesehen.
Mit dir, bin ich, werde ich zu dem Menschen, der ich sein will.