"Herz, sag, warum bist du so schwer in meiner Brust? Hat der Frühling sein Tribut gezahlt, hat dem Sommer Platz geschafft und nun - sind alle Blüten verblüht und die zarten Blätter wehen durch dein zerzaustes Haar? sag, Herz, warum nur, bist du so schwer?"
Und so liegen wir hier, getrennt auf dem großen Bett, hoffen auf erlösende Nähe, doch die Entfernung scheint so unüberbrückbar, dass selbst die längste Leiter unser Gewicht nicht trüge. Wir schweben umher, getragen von unseren Gedanken, Gedanken, die dich in all deiner Schönheit vor mir tanzen lassen - ich sehe dein Haar, wie es mit dem Wind spielt, seh`, wie dein Blick jeder Gefahr trotzen könnte und um dein Lächeln schmiegt sich die immerwährende Sehnsucht; eine Sehnsucht, die nur wir kennen, denn es ist unsere Sehn- sucht. Die Suche, nach dem Sehen, eine Sucht, die Weite noch größer werden lässt, weil nichts sie stillen kann, außer einer dieser Augenblicke, in denen unsere Hände sich wieder fänden.
Und noch immer berühren wir uns in den Träumen, noch immer schwebst du vor mir. Dein Körper schmeckt nach Zitronenbonbons und ich vermisse deinen Geruch nach Pfefferminz.
Du mit den traurigen Augen - komm her, ich küss dir die Traurigkeit aus der Seele. Ich weiß, dass die Dunkelheit in dir drin, dich klein fühlen lässt, aber niemand ist größer, der die Angst nicht kennt. Zeig mir dein Lächeln und ich zeige dir meins.
Ich starre einsam an die Decke, an der sich Nachtfalter tummeln. Sie flattern hin und her und vorhin irrte ein Glühwürmchen umher und setzte sich auf meinen Stuhl. Schaute, leuchtete.
Und manchmal muss man dem kleinen Licht folgen, das vor einem umherzuschweben versucht, wild mit seinen Flügeln schlägt und doch nur eines will: Die Sehnsucht stillen.
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