Meistens.. Manchmal.
Aber eigentlich: Immer.
Immer, wenn wir uns sehen, tust du mir gut. Du fühlst dich gut an. So richtig gut. ich mag es, deine Wange anzufassen und die zarten Härchen zwischen meinen Fingern zu spüren. Eigentlich, mag ich keine Bärte. Ich mag auch sonst keine Haare, nur auf dem Kopf, zum durchdieHaarefahren. Aber bei dir ist es anders.
Mit dir ist alles anders. Mit dir fühlt sich herumliegen an wie schweben, bei dir vergesse ich, für einen klitzekleinen Augenblick, meine Ängste. Ich vergesse sie so, dass ich dich auffressen will, ganz und gar. Und dieses Gefühl ist mir so unheimlich fremd, dass ich mich fürchte und zurückschrecke. Meistens fürchte ich mich so sehr, dass ich im Grunde nur erstarrt neben dir sitze und dich betrachte.
Ich betrachte dich gern, das tröstet ein wenig, denn, wenn du dort sitzt und redest, oder manchmal, wenn du mit jemandem telefonierst, lächelst du auf eine ganz bestimmte Weise und dann sehe ich dort diese kleinen Fältchen, die sich um deine Augen legen. Andere würden sagen, dass Schönste wäre wohl das Grübchen in deiner Wange, aber das ist es nicht einmal: ich mag, wie sich deine Lippe ein bisschen nach oben zieht und man deine Zähne sehen kann. Und dann möchte ich dieses Stück wegküssen, so sehr wegküssen, dass ich es habe und mit nach Hause nehmen kann und immer dann, wenn mir danach wäre, aus der Tasche nehme um es anzuschauen.
Aber sowas geht ja nicht, nicht einmal im Traum.
Im Traum küsse ich dich oft. So wie beim ersten Mal, weißt du noch? - Nach dem ersten schüchternen Kuss, als sich die Lippen noch suchten und verlangten. Heute, heute wissen sie von einander und sie fordern einander ein, finden einander und drängen sich zusammen und wollen nicht voneinander lassen.
Im Traum halte ich deine Hand, während wir durch die Straßen spazieren und der Schnee unter unseren Schuhen knarrt. Bevor der erste Schnee fiel, hatten wir Laub unter den Schuhen, aber da ich die Zeit eher mit Tagträumerein verbringe, kann ich das wahlweise umtauschen.
Ich halte deine Hand, die kaum größer ist als meine. Denn wir sind ja auch sonst, fast gleich. groß. Also legen wir unsere Hände ineinander und laufen, laufen und schlendern. Ich würde gern mein Gesicht in deinen Pullover legen, meine Nase zwischen Hals und Schulter stecken, dicht an dich gedrängt dort stehen und dich einatmen.
Aber, ich traue mich nicht.
Also liegen wir, ein bisschen übermannt von unseren Gefühlen wieder ein Stück voneinander entfernt auf deinem Sofa, die Musik läuft im Hintergrund im Takt unserer Herzen. Und dann kommst du uns küsst mich und küsst mich auf den Beat und sagst: "Diese Musik ist perfekt, dieser Augenblick ist perfekt. Und ich mag dich, sehr."
Aber - du bist nicht greifbar.
Es ist, als hätten wir nach so langer Zeit endlich den perfekten Moment erwischt. Vor ein paar Wochen, als sich alles noch gar nicht so anfühlte und "dich sehen" keine Option in meinem Leben darstellte - als ich dich schon längst abgehakt hatte, da kamst du plötzlich und klopftest an mein Herz.
Und, es tut mir so leid, aber - du hast dich da jetzt eingenistet, machst dich breit und es dir gemütlich.
Ich wollte dich nicht, Dich.
Mit deinen viel zu eigenartigem Wesen, deiner Unzuverlässigkeit. Nie konnte ich mich auf dich verlassen.
Und es scheint, als könne ich das heute auch nicht, auch, wenn du Sätze wie - "ich mag dich" und "Ich will dich sehen" in den Mund nimmst. Denn du sagst auch, "ich bin nicht greifbar", "ich bin zurzeit mehr ich, als dass da Platz für ein wir wäre."
Soviel Ehrlichkeit kann ich auch nicht einmal böse sein. Ich kann mich nicht ungerecht behandelt fühlen, oder betrogen.
Du hälst meine Hand und drückst mich, du küsst und herzt mich zum Abschied. Und es fühlt sich nicht nach Abschied an.
Doch irgendwie, irgendwie. Weiß ich nicht, ob mein Herz das mitmacht.
Ich bin so schwach, weißt du? Ich trage diese alten Geschichten so lang mit mir herum, dass ich mich schon so an sie gewöhnt habe und ich nicht weiß, wann ich sie ablegen werde. Und ich weiß auch, nichts davon ist deine Schuld, du warst, bis auf einige Ausnahmen immer gut zu mir. Du sicherst mir Vertrauen zu, sagst, ich könne dir ebenso vertrauen. Aber, ach.
Und du tust wirklich alles, damit ich mich wohlfühle, ohne, dass du es musst und forcierst.
Ich fühle mich bei dir wohl, du behälst mich trotz alledem in deinem Leben und ich bin, gern dabei.
Ich bin gern bei dir.
Vielleicht ist das am Ende ja das was zählt.
Vielleicht bin ich aber auch noch nicht bereit für dich.
Die Leute sagen, ich sei etwas ganz besonderes.
Aber eigentlich möchte ich nur für dich besonders sein.