Freitag, 20. Juli 2012

Die Zeit heilt überhaupt nichts, wenn man sich nichtmal entscheiden kann.


Viel Gepäck bringe ich mit. Doch ich merke immer mehr, wie dir deines im Wege steht.
Du spürst das nicht und tust es ab. Du seist eben so. Und es hat alles nichts bedeutet.
Ich habe dich gern, und ich habe dich noch viel lieber – denke ich.
Du bringst mich an meine Grenzen mit deiner Sturheit, mit deiner Uneinsichtigkeit, mit deinem Bohren, aber dann zurückziehen. Das macht mich verrückt. Aber heute, heute hast du mich nicht in der Hand, heute nehme ich die guten Dinge mit in die Nacht, schlafe mit einem schwerelosen Gefühl ein.
Es muss endlich anders werden.
Keiner weiß das so gut wie ich.

Dienstag, 10. Juli 2012

Musik.


Hoch die Köpfe.


Reise – Hin und Zurück und zu dir. Und zu mir.

Sehnsucht. Das war schon immer ein seltsames Gefühl. Sehr deutlich und gleichzeitig sehr unbestimmt. Und wenn er dann draußen, draußen, draußen in der Natur war, dann war eigentlich immer alles Sehnsucht und alles verschwand und blieb.
Manche Dinge sind einfach für immer, oder wenigstens_ fühlt es sich so an.


"Nothing has turned out as we expected! It never does.
Life's under no obligation to give us what we expect.


In French, you don’t really say “I miss you.” You say “tu me manques,” which is closer to “you are missing from me.”
I love that. “You are missing from me.” You are a part of me, you are essential to my being. You are like a limb, or an organ, or blood. I cannot function without you.

Im Zug – 22.06.12
Meine Reise rund um mich und die Welt.
Schon nach den ersten Stunden bin ich auf der Suche nach einer Hintertür, doch nichts ist zu machen. Ich muss da wohl durch. Ich darf die mir sorgsam in den Weg gelegten Steine mühselig an den Rand stapeln und dabei aufpassen, mir nicht die Hände zu verbrennen, äh – einzuklemmen.
Die kleinsten Details werden zu unüberbrückbaren Hürden, ich verliere mich so schnell in ihnen, dass ich kaum noch hinterher komme. Aber, und so wird es wohl laufen, muss ich auch da durch.
Über allem jedoch schwebt die Suche nach dem Nutzen. Ich wäge ab – selbst die Hindernisse wäge ich ab –  „ist dieser Stein der Aufwand wert?“
Ich bin zu weit gegangen um mich jetzt zu verlieren. Ich finde mich gerade und sehe viel, wohin es mich treiben kann, aber ich muss es wollen – muss die Hindernisse haben wollen, weil ich dahinter Entwicklung sehe, weil mir danach Chancen eröffnet werden – ich besser leben und größer werden kann.
Nur im Moment, im Moment ist da nicht viel. Es macht mir Angst zu sehen, dass dort eine Dunkelheit herrscht, die mir nicht einen kindlichen Übermut schenkt oder vor Aufregung schwitzende Hände. Nein, es ist Angst – Angst einen Fehler zu machen, den ich bitterlich bereuen werde.
Und ich weiß, dass ich das nicht tun möchte. Ich möchte keinen Fehler machen, also mache ich mir jeden Schritt bewusst, den ich gehe – ich hinterfrage meine Entscheidung und halte ihr detektivistisch die Schreibtischlampe ins Gesicht.
Mein Herz rast, wenn ich abends im Bett liege. Alles riecht nach Erneuerung, alles glüht vor Erwartung, doch ich kann nur grübeln, kann nur immerzu abwägen und komme zu jeder Zeit zum gleichen Ergebnis – es lohnt (noch) nicht.
Meine Hoffnungen trüben sich.
Ich hatte solch hohe Erwartungen. Das Bewusstsein, dass Erwartungen niemals zu hoch sein sollten um selbige nicht enttäuscht werden zu sehen, kenne ich – lebe ich. Doch wo wenn nicht hier? Wann, wenn nicht jetzt? Jetzt, wo alle Türen aufgestoßen werden? Ich das Leben vor mir habe und nichts mich aufhalten kann?
In einem der besten Beratungen sitzend merke ich, wie viel ich kann.
Ich merke, was ich mitbringe, was in mir steckt, wofür ich geschaffen bin.
Und ich bin für mehr bereit, als ich zeigen kann.
Ist das nicht abstrus? Da sitzt du jahrelang in der Uni fest, rackerst herum und lernst für Klausuren, deren Ergebnis nur am Durchschnitt vorbeirutscht und dann,  plötzlich und unerwartet sitzt du dort in einem der BIG4 und  hast zwei Wochen lang zeit dich „einzuarbeiten“ in Prozesse, die so fix zu durchschauen sind, dass es mir fast Angst macht.
Übersehe ich etwas? Verkenne ich den Aufwand, die Werthaftigkeit, den an mich gesetzten Anspruch? Ist mir alles zu viel und ich merke es nicht? Bin ich in einer verzerrten Wirklichkeit zu Hause und denke mich zu wenig in meinen Aufgabenbereich hinein? Fehlt mir der detaillierte Blick?
Ich bin wach.
Ich spüre mich.
Tief und schmerzhaft fühle ich jede Zelle meines Körpers. Oh ja, und wie ich mich spüre.
Ich bin mir lang nicht mehr so bewusst gewesen, wie in den letzten Wochen, ja eigentlich Tagen. Ich erlebe die Stunden wie auf einem Trip, der mich jede Gefühlsregung miterleben lässt, es gibt keine Selektion, kein Aussortieren von Unwichtigem. Ich betrachte jeden Winkel im Raum, betrachte alle Ecken und merke – da ist nichts, was mich halten kann.
Kann mir jemand verdenken, dass ich das alles nicht kampflos aufgeben will?
Dass ich aber müde bin – müde mich zu opfern für Dinge, dessen Sinnhaftigkeit sich noch immer nicht erschließt?
Ich sehe, wie das Schicksal mir stets einen Strich durch die Rechnung macht. Ich kann zu gucken, wie ich Entscheidungen treffe, die mich immer wieder zu einem Ort führen, der mir bis vor kurzem unbekannt war.
Zu Dir.
Natürlich.
Ohne dich geht es nicht. Es gibt immer ein „Du“ in meinem Leben, das mich durch die Zeit trägt und mich erzittern lässt – nur so kann ich glauben und gehen.
Ich könnte nichts leichter tun, als mich zu dir zu drehen.
Ich bin mir deiner so unglaublich und schrecklich bewusst, dass ich nicht mehr unterscheiden kann, ob ich es weh tut oder nur intensiv ist.
Die Liebe aber rebelliert. Wie eh und je ist mein Weg beschwerlich. Nicht, dass ich mich nicht auch auf seinen Umwegen wohl fühlte, aber, die Augen zu schließen und sich in Sicherheit fühlen ist ein mir so fremdes Gefühl, dass ich nichts mehr kann, als danach zu streben, es verzweifelt suche und hoffe, so inständig hoffe, dass es mir irgendwann begegnet.
Ja, mich kitzelt der Fehler schon. Mich kitzeln meine Erwartungen, sie drängen mich in falsche Richtungen, ja, ja.  Aber nein, nein, ich kann meine Erwartungen nicht herunter schrauben. Ich bin nicht eine von diesen Mädchen, denen alles Recht ist, die allen Absolution schenken, egal, wie schlimm die Taten waren. Ich verzeihe, ich liebe, ich glaube, aus vollstem Herzen. Und genauso will ich es auch von anderen.
Mehr kann ich nicht erwarten und weniger will ich nicht erwarten.
Und es geht, ich hab es schon gesehen, ich sehe es jeden tag und spüre, wie die Menschen um mich herum in ihrem Glück baden.
Nur mir... – Als fehlte mir das wichtigste Utensil, als wäre ich ohne Badeanzug in die Schwimmhalle gekommen.
Nur wird es immer schwerer, den Kopf aufrecht zu halten, mit gestraften Schultern durch die Straßen zu gehen und zu wissen – du bist es nicht, weil du es nicht sein willst, weil du dich nicht traust, anderen Wegen Beachtung zu schenken. Du hast uns aufgegeben. Ohne überhaupt an uns zu glauben.
Dabei bist du so rational, dass ich nur mit erfrorenem Gesicht dir gegenüber sitzend in deine Augen schauen kann und mich frage, ja mich immer wieder frage – wie nur soll ich das wieder ertragen?
Ich kann nicht mehr, denke ich und ziehe weiter. Ich versuche dich hinter mir zu lassen.
Aber dann – in einer stillen Stunde weiß ich doch:
Ich habe dich im Gepäck. Und ich kann nichts dagegen tun.
Warum, frage ich – kann ich dich nicht zurücklassen? Ist unsere Geschichte noch nicht zu Ende? Bist du mit mir noch nicht fertig?
Was lerne ich aus dir? – Egoismus, Selbstgefälligkeit und Stolz? Lerne ich von dir, wie ich mich abgrenzen kann?
Ist es das?
Bist du nicht Stein, sondern Stock, der mir hilft durchs Leben zu gehen, weil du mich lehrst, Abstand zu gewinnen, nicht so tief einzusteigen – Abschalten? Vergessen?
Jetzt, wo ich mich für einen Lebensweg entscheiden will, merke ich in einem so heiß ersehnten Praktikum, wie wenig Befriedigung es mir gibt. Und dann sehe ich durch das Praktikum, durch dich, wie leicht es Menschen fällt, sich abzugrenzen und Dingen den Rücken zu kehren, objektiver zu sein. Ich sehe, wie wichtig eine Unterscheidung von Herz und Kopf und deren Trennung sein kann. Wie es alles Überleben sichert.
Bist du dafür gekommen?
Du schulst mich.
Ihr schult mich immer. Aber vielleicht bist du der letzte Stein, der gefehlt hat um mich für einen Weg zu entscheiden, für ein Leben, für ein Ich.

Vielleicht.
Und trotzdem, fehlst du mir, fehlst du mir mit jeder Phaser. Und vielleicht ist es das, was mich jede Zelle meines Körpers spüren lässt. Du.
Ich vermisse Sehnsucht ohne Zweifel.

Du und ich. Wie immer – unfinished Business.

24.06.12
Um zu vertrauen musst du lernen, wie man wieder liebt.
Um zu lieben musst du erfahren, wie man sich selbst vergibt.

Komm zurück, denk ich. Versuch noch einmal mit mir dein Glück.
Ich steige aus und bin halb erfroren. Die letzten Sonnenstrahlen sind schon längst hinter den Hügeln verschwunden, es scheint, als wären sie fast ein wenig hinter mir geblieben.
Ich zähle die Stufen, bis zum Ende – 37 Stück. Und jede einzelne lässt mir die Glieder schwer werden.
Ich atme deinen Duft ein, auch, wenn du so viele Kilometer von mir weg bist.
Jetzt weiß ich, dass es nicht nur die räumliche Entfernung war, die uns trennte.
Aber ja, ich hoffte, hoffe, dass irgendwo eine winzige Hintertür mir den Weg zu dir eröffnet. Wunder geschehen ja ab und an. Irgendwo.
Alles typische, alles altbewährt und so vertraut, baut sich vor mir auf. Das Geländer trägt noch meine Fingerabdrücke von vor ein paar Tagen, die Stufen halten meinen Spuren stand und ich kenne jeden Spatz, der hier herumfliegt.
Ich laufe in Gedanken den Weg zu dir, vorbei an den parkenden Autos, vorbei an den Schildern, die einem verbieten hier und dort zu parken und ich sehe die Müllcontainer dort stehen, wo eigentlich Autos sein sollten und höre deine Stimme: „ Warum man dort einen Container hinstellt, obwohl die Straßen ja doch sowieso schon so überfüllt sind.“
In Gedanken stehe ich vor deinem Haus und schaue zu dir hinauf.
Sie säuselt mir schwermütig ums Herz.
Unser erstes Telefonat hat mich damals nicht begeistert. In diesen ersten Augenblicken mochte ich deine Stimme nicht. Ich mochte nicht, wie du am Ende die Wörter immer höher betontest, als sie eigentlich betont werden müssten. Und ich mag deinen Dialekt eigentlich auch nicht und ich mochte nicht, wie du mich gleich zu Anfang korrigiertest, dass es eben Dialekt und nicht Akzent hieße.
Aber ich mochte deinen Charme, der sich sogar durch dieses altmodische Telefon bis zu mir durch die Kabel transportieren ließ. Ich hing an deinen Lippen, an dem, was sie sagten und nicht wie. Du hast so viel in mir verändert.
Deine resolute Art hing schon damals zwischen den Worten. Für dich gab es nur ganz oder gar nicht.
Und heute – heute widersprichst du dir – mal schwarz, mal weiß, mal mit Schatten.
Deinen Überzeugungen schenkte ich Glauben, ich war begeistert von soviel prinzipieller Lebensart, dass es mich fast ein wenig erschreckte, wie ähnlich wir uns waren. Doch du bist ein Kopfmensch, und ich vertraue auf mein Herz.
In deiner Stimme lag schon immer mehr Begeisterung als du zugeben wolltest.
Du sagst oft Dinge, die Situationen nicht so dramatisch machen sollen, wie sie für dich eigentlich sind. Vieles stört, aber „ ach, eigentlich ist alles gut“ – oder „ So schlimm ist auch nicht.“
Und dabei,  dabei hatten deine Gefühle immer mehr Gewicht in deinen Entscheidungen als du dir selbst eingestehen wolltest.
Ich vermisse das. Dir das Gefühl geben zu können, dass deine Gedanken und Gefühle ihrer eigenen Intensität folgen können. Hier gibt es kein „zu viel“ oder „zu wenig“, hier bist es du, der spricht.
Nur zulassen kannst du es nicht. Und ich habe das ungute Gefühl, dass du daran zerbrichst.
Aber – deine Stimme, deine Stimme war immer beherrscht.
Ich habe das sehr gern gehört. Und manchmal, wenn du mich mit scherzhaftem Gekicher wieder auf deine Seite  gezogen hast, konnte ich nicht anders als immer mehr in ihr einzutauchen.
Und am Ende war es mir egal, wie du dich anhörtest, am Ende zählte nur, dass du mir ein paar Worte geschenkt hast.
Aber zwischen uns ist Raum, so unendlich viel Raum.
Also laufe ich, laufe weiter und versuche dich immer noch zu finden.
Denn die wenigen Worte, die zwischen uns nun noch hin und her geschickt werden, erhalte ich tonlos und ohne Gesicht.
Zwischen den Buchstaben liegt so viel Ungesagtes, dass ich dich eigentlich nicht verstehe und nicht weiß was du willst.
Ich kann dich nicht abholen. Vor allem deswegen, weil ja du, du mich hinausgeworfen hast. Ich bin nicht mehr Träger deiner Zweifel und kann sie dir nicht nehmen; ich verfolge deine Augen nicht um die Fehler zu finden und ich fühle nicht, wie erregt du sprichst.
Ist es Eifersucht? Ist es Zuneigung? Kann man beides trennen?
Ist es nur eine altbekannte Reaktion?
Du fühlst nichts, bist taub für mich und deine Umgebung und dir geht es dabei besser als mir.
Nun lerne ich, ohne dich auszukommen.
Und das Witzige dabei ist ja, dass du im Grunde noch nicht einmal so lang in meinem Leben warst als das es überhaupt ein Problem darstellen könnte dich hinaus zu schubsen.
Wir haben wenig, was uns verbindet, die Erinnerungen sind zart und die Gefühle dünn gesponnen. Das kleine Gitter, das du um mein Leben gezogen hast ist fein gewebt und es bedarf wohl nur einem Luftzug, das es in sich zusammen fällt.
Ich hoffe.
Aber mein Herz rast, wenn ich an dich denke, wenn ich deinen Namen auf meinem Display aufleuchten sehe und deine ersten Worte durch den Hörer kommen.
Ich hänge an ihnen, ich hänge an dir.
Meine Flosse ist noch nicht stark genug, um von dir davon zu schwimmen.

10.07.2012
Ich muss mich abschminken.

Retrobeziehungen funktionieren nicht. Das ist der kalte Kaffee über den alle schimpfen.
Ich wollte das nicht glauben. Vielleicht auch, weil ich keinen Kaffee mag.  Und ich nie verstanden habe, wieso man den nicht kalt auch mögen kann.
Aber Kaffee kippt um. Und genauso ist das mit Beziehungen, die man zu lange draußen stehen lässt.
Sie werden schlecht.


Es reicht ein einzelnes Wort. Ein einziger Geruch, der einen streift, wenn man nicht damit rechnet. Ein schwarzes Kleid aus Spitze, welche einem in die Hände fällt oder ein verblichenes Bild hinter dem Schreibtisch.
Nur ein einziges prägnantes Geräusch und wir zucken zusammen. Ein noch so kleiner Moment. Und sie sind wieder da. Erinnerungen.

Wir misten alle 3 Monate unsere Schränke und Ankleidezimmer aus, schmeißen weg, sortieren neu. Und was am Ende auf dem Müll oder bei Ebay landet ist ganz einfach: Aus den Augen - aus dem Sinn.
Warum tun wir es nicht genau so mit unseren Verflossenen Freundschaften, Affären und großen Lieben? Warum horten wir unsere Gefühle und Ängste wie alte Polaroids in großen Boxen und holen sie immer dann heraus, wenn wir uns einsam fühlen?

Sind wir - Emotionsmessies?

Um 06.00 Uhr früh nach einer unruhigen Nacht mit noch unruhigerem Schlaf kam mir ein Gedanke: Was wenn wir nur deshalb an schmerzhaften Ängsten und maternden Zweifeln festhielten, es uns so schwer machten neu anzufangen, neu zu vertrauen, es nochmal zu wagen, weil wir sie wie Geister der Vergangenheit in Kisten und Boxen unter dem Bett einsperrten?

Ich bin bereit für eine neue Frisur mit Nagelschere.  Noch zwei Sehnsuchtsphasen.

Menschen wünschen sich ständig einen neuen Anfang. Ein leeres Blatt, eine weiße Weste, eine komplett neue Chance. Alles hinter sich lassen.
Es nochmal ganz anders machen, besser machen, endlich richtig machen. Prioritäten neu ordnen. Von vorne beginnen. 
Die Wahrheit ist, dass die meisten von uns, diese Chance am Ende fürchten oder einfach ignorieren.
Die Wahrheit ist, dass ein neuer Anfang immer Leere bedeutet - allein sein.
Ein neuer Anfang kostet Mut, Kraft und Rückgrat.
Er bedeutet aufzugeben, zurückzulassen und weiterzugehen, das Unverständnis durchzustehen. Die Vorwürfe. Die Kritik. Bewusst.

Am Ende flüchten wir uns zurück in eine alte Freundschaft, wenn wir die andere hinter uns zu lassen glauben.
Wir rufen den Menschen an, der uns das letzte Mal das Herz gebrochen hat, um den zu ersetzen, der es dieses Mal getan hat.
Wir geben auf halber Strecke auf, laufen zurück, mit der Rechtfertigung, dass es uns doch eigentlich gut ging. Dass nicht alles schlecht war. Dass dieser "neue Anfang" vielleicht eigentlich nur das feige Weglaufen ist - und wir kämpfen sollten.
Mal wieder.

Die Wahrheit ist, dass wirklich nicht alles schlecht war.
Aber die Wahrheit ist, dass es mir nicht gut ging.
Die Wahrheit ist, dass ich nicht weggelaufen bin - ich bin gegangen.
Und ich will nicht mehr einer von uns sein.
Ich will ich sein. 

Jetzt bin ich hier. Mit meinem weißen Blatt.
Allein.
Ich muss nur noch herausfinden, was ich damit anfange.

Ich mag diese Ruhe hier.
Bei dir.
Dass ich mit dir einfach nur schweigen kann.
Irgendwann anfange zu reden und mich in deine Hände begebe.
Ich liebe, wie sehr du mich kennst, fängst, richtest und festhältst.
Ohne zu bedrängen, ohne zu verlieren oder zu vergessen.
Bei dir ist zu Hause.

Ich mag die Ruhe, die du in mir auslöst, wenn ich deine Nähe spüre.
Wenn ich weiß, dass du bleibst. Obwohl noch niemand je geblieben ist.
Ein Blick, eine Berührung, ein Moment mit dir - und ich habe keine Angst, dich in meine Karten schauen zu lassen.
Bei dir - kann mein zu Hause sein.