Samstag, 29. Juni 2013

wir bringen jeden Tag unser Haar in Ordnung, wieso also nicht auch unser Herz?

Du küsst so sanft.

Wir wollen Straßen voller Zucker und Hände aus Gold, die Taschen voller Liebe und keinen Herzschmerz.
Das Leben aber spielt, spielt immer wieder das selbe Lied, bis wir hinhören und jedes Wort verstehen. Bis wir Wege zu Ende gehen und Lektionen begreifen. Wir drehen uns so lang im Kreis, bis uns schlecht wird.
Es gibt keinen Grund. Denk nicht nach. Lass dein Herz sprechen. Hörst du mich?

Oh, wie ich ablenkung suchte, vom leben, vom Ärger, von der last auf meier Brust. Wie ich mich verlieren wollte, in den Nächten, und fremden Armen, zwischen süßen Worten und herben Drinks. Die Küsse schmeckten leicht und verführerisch. Und alles was ich wollte, war schnell weiter kommen, weiter weg, weiter. Immer weiter.
Und ich tanzte, tanzte und drehte mich im Kreis und plötzlich - du.

M. Immer wieder ein M. , das sich in mein Leben schummelt, hartnäckig wie ein fleck, den man vergeblich versucht aus der Hose zu reiben.
Oft birgst du Gefahren, unbegrenzten Herzschmerz und so viele ungezählte Tränen.

Die Nacht war kaum vorbei, da waren so wunderbare Momente geschaffen, dass ich aufgeregt und wirbelnd durch die Straßen huschte um dich zu finden. Wie weit weg du warst, wie weit weg ich von mir, mich finden würde, wagte ich kaum zu glauben.
Mit dir, ist es anders. Mit dir, fühlt es sich anders an.
Vielleicht, weil ich dich nur mit Zehenspitzen berührte.
 Die ersten gemeinsamen Augenblicke waren wie süße Marmelade. Ein wenig zu rot, ein wenig zu sommerlich. Dein Griff aber, ließ mich stolpern. Und so strauchelte ich durch die Tage, mit deinem Namen auf der Zunge, deinen Händen noch immer auf der Haut.
Wie ich an jeder Stelle glühte, die du mit deinen Fingern nachzeichnetest.
Und während wir die Stunden zählten, während ich Minute um Minute abstrich, verlangsamten sich deine Schritte. Und das Unheil ahnend folgte ich dennoch deinem Ruf zwischen deine Kissen.

Nichts weiß ich, und noch weniger kann ich einordnen, was ich über dich denke. Ich weiß nicht, was du über mich denkst, ich weiß nur - dein Herz hängt in der Luft.

Und eigentlich wollte ich nicht einmal, dass ich mir Gedanken darum mache.
Eine leichte Nacht, ein wenig Zärtlichkeit, mehr habe ich nicht erwartet, mehr - war nicht drin.
Doch dann, hälst du meine Hand und etwas in mir, möchte sie nie wieder los lassen.

Nur, nur kenne ich mich zu gut und spüre die kleinen Mauern, die sich um mein Herz drappieren, wie bunte Bänder sich um alles schlingen, zum Schutz vor Verletzungen, vor Zurückweisungen. Und so gehe ich, nehme meine Beine und Hände und lasse dich wieder aus meinem Leben heraus, genauso leise und stolpernd, wie du hineinkamst. Ich bin nicht eine von vielen. Ich möchte nicht die sein, die dein Herz ablenkt, während es für etwas anderes schlägt. Die Schlange vor deiner Hose war lang, aber die vor deinem Herzen sollte es nicht sein. Und dort kann ich mich nicht anstellen.

Manchmal glaube ich, das mit uns, wär ganz großes Kino geworden. Aber wahrscheinlich waren wir doch nur ein schlecht laufender Independentfilm.


Samstag, 8. Juni 2013

Zuckerwattearme


Dein Duft trägt mich durch die Stunden, wie auf Händen. Es schmeckt nach Salz, meine Haut ist weich von deinen Küssen, sanft gebettet zwischen deinen Worten. 
Wie du mich in nur wenigen Augenblicken vom Boden holtest erschreckt mich noch immer. 

Der Wind streift durch meine Finger als ich langsam bei dir ankomme. Schwühl liegt die Luft zwischen den Häusern und die Jungen streifen sich mit dem Arm den Schweiß von der Stirn. 
In Gedanken gehe ich unsere erste Begegnung immer und immer wieder durch und versuche mich an deinen Duft zu erinnern. Erinnere mich an deine Lippen, an deinen Bart, an dein Gesicht. Dein Blick ist flüchtig. Die Nacht hatte dich damals so schnell verschluckt, wie sie mich zu dir brachte. Und doch, stehe ich nun hier und höre mein Herz bis in den Hals klopfen.  
Ich werde angesprochen, lächle verlegen die Komplimente weg und gehe ein stück weiter, bis ich dich radelnd um die Ecke kommen seh. Meine Hände kleben. 
Es passiert so schnell, dass ich nicht weiß, ob ich mich zwischen unserer ersten Umarmung oder den Laken wiederfinde. 
Es strudelt und ist wirr, du ziehst mich mit ins Leben und ich lache und atme frisches Leben, so sehr, dass ich nicht weiß, was besser schmeckt.



Aber lieben kann ich nicht mehr. 
Was macht das Herz, wenn es die Liebe nicht mehr hinein lässt? Es vergeht. Ich vergehe jeden Tag, jeden tag sterbe ich. In mir ist Leere, die ich mit Worten, Gesichtern, Geschichten und Augenblicken versuche zu füllen. Doch es bringt nichts. Ich bin ein Fisch. 









Du hast einen Eintrag verdient, weil du mir ein Stück meiner Selbst zurück gegeben hast. 
In verzweifelter Suche habe ich die letzten Jahre stillschweigend und bedrückt verbracht. 
Es ist nicht, als wäre ich nichts gewesen, aber heute, heute bin ich mehr, als ich mir erhoffen kann. 
Und dabei habe ich nur wenige Stunden mit dir teilen können. 

Es gibt Menschen die passen nur ins Herz, nicht ins Leben.

Dienstag, 4. Juni 2013

Und alle sagten..

Wir sind nicht mehr als das, was das Leben aus uns macht. Die Summe unserer Tränen und der gebrochenen Herzen. Wir sind der Wahnsinn und der Unsinn, Traum und Täuschung einer ganzen Generation, die nicht weiß, wohin mit sich. Wir lieben schnell und schlafen zu wenig, mit zu vielen ohne zu geben.
In mir bist du, bist du, voller Sehnsucht, nach Freiheit und Unvernunft. Ich bin nicht mehr und viel weniger als das, was ich in deinen Augen sehe, doch ich will, will dich hier. An und in mir, zwischen meinen Armen, durch die Nacht.

Wir sind heiß, heiß nach Luft und Schwerelosigkeit. Wir greifen nicht mehr nach den Sternen, wir wollen das ganze Universum und das gleich. Nicht mehr warten, nicht mehr zögern.
Es fließt, fließt alles und bleibt nicht still. Strudel. Ein Farbenrausch, wie ein Fest. Kunterbunte Ballons tanzen um dich herum, schmecken nach Sommer und Abenteuer.

Und da stehe ich. Ich bin wie erstarrt. Zuschauer in meiner eigenen Geschichte.
Ihr rauscht an mir vorbei, mit euren Armen in der Luft, den offenen Mündern und den fröhlichen Gesichtern. Ihr seid geschäftig, beschäftigt mit Leben, während ich.. Ich warte.
Ich warte auf dich, ich warte auf mich. Auf meinen Startschuss.
Das Leben auf Autopilot ist beendet. Ich stehe. Es rauscht, als hätte jemand den falschen Sender im Radio eingestellt.

leben, leben. Leben. Leben.
Du machst alles einfacher.

Aber du bist weg. Und dann rauscht es wieder.

Ich suche nach meinem Sender, während alle anderen schon ihren eigenen Song haben.