Sonntag, 24. September 2017

Mit dir ist jeder Tag wie Frühling

April.
Mit dir ist jeder Tag wie Frühling, selbst, wenn es draußen schneit.
Es vibriert in mir, alles ist auf Bewusstsein geschalten. Jede Faser meines Körpers sehnt sich nach dir, verzehrt sich nach dir, ist bei dir.
In kürzester Zeit hast du mich umgarnt, mich gefesselt mit deinen Blicken, mich gefangen genommen in deinen Armen. Und doch schwebe ich durch die Tage als könnte ich nicht leichter sein. Du bist in mir, über mir, auf mir. Schon jetzt will ich nicht ohne dich sein. Schon jetzt hört sich lebenslang mit dir ganz wunderbar an.

Berghain.
Nie waren wir uns näher als in diesem Moment, als die Musik uns umschlang, uns fest aneinander zurrte, mit weichen seidenen Bändern nah aneinanderlegte. Ich spüre bei jedem Gedanken an diesen Augenblick deine Wange an meiner, rieche deinen Duft und schmeckte deine Lippen auf meinen. Nie war ich glücklicher, nie verbundener als dort in diesem Raum voller Ungewohntem und für dich so Vertrautem. Insane. Es sollte mehr sein als nur ein Lied. Nicht selten wünsche ich mich in diesen Atemzug zurück. Jedes Mal, wenn dein schwarzes Shirt mir zwischen die Hände fällt bin ich wieder dort in diesem Moment.


Mai/Juni/Juli

Ich habe keine Worte für diese Zeit außer pures Glück. Ich war mir deiner zu sicher. Ach Liebe, wärst du nur nicht so überschwänglich, so tumultartig. Ich könnte wenigstens standhaft bleiben, mein Herz ein wenig besser schützen. Doch du greifst es dir mit voller Kraft und wir tanzen miteinander im Gleichschritt. Was ein Fest, was wir einander sind. Ich möchte nicht aufwachen aus diesem Traum.
Lass mich dein zuhause sein.


August.
Wir haben den Sommer vorbeiziehen lassen und nun werfen die ersten Bäume ihre Blätter ab, kaum merklich und doch – knistert hier und da eines unter den Schuhen. Wir erhaschen zwischen den Tagen sanfte Sonnenstrahlen, die Sommersprossen blühen und Münder lächeln lassen. Und durch jede Stunde trage ich deinen Namen in einem kleinen Täschlein neben meiner Brust. Du bist so wohlig warm und schwer, ich möchte dich nicht missen.
Wie hätte ich je ahnen können, dass, schlägt mein Herz im Takt deines Namens, ich ganz eins mit mir bin und doch so weit entfernt von all der Zukunft, die ich mir in meinen kühnen Träumen ausmalte. Du wirfst alles um, stellst Ewiges in Frage und machst Mut in Zeiten tiefster Dunkelheit, einfach weil du bist. Weil dein Lächeln mich ganz durchdringt, mich im Inneren zerspringen und schillernder denn je zusammensetzen lässt.
Womit habe ich das verdient, frag ich. Ich sehnte mich so lang nach Entwicklung, nach Glaube, sehnte mich nach Hoffnung und Zuversicht. Und nichts davon spüre ich weniger als alles, wenn ich deinen Augen folge, wie sie meinen Gesichtszügen schmeicheln.
Ich werde noch immer rot, wenn ich deinen Blick auf mir spüre, ich fühle mich in meiner Verliebtheit ertappt, wenn meiner gedankenverloren auf dir ruht und du es bemerkst. Ein bisschen habe ich dich in meinem Gefühl überholt und stehe nun drei Stufen höher auf der Herzenstreppe, ungeduldig auf der Stelle tretend, auf dich wartend, mich sehnsüchtig nach dir umdrehend. Doch du bist bedächtig, abwartend, du schaust noch einmal zurück, lässt dich von Vergangenem einholen, und zögerst noch immer.
All meine Zweifel packe ich in Kisten und möchte so gern das Klebeband fest herumzurren, doch, ich warte auf dich. Du mit all deiner positiven Art bist du mit einem Fuß noch vor der Tür. Manchmal zweifle ich, ob du nach etwas besserem Ausschau hältst, dir nicht sicher mit mir bist. Ein anderes Mal stellt sich dein Gefühl lauwarm in den Raum und ich bin nicht sicher, ob du nur jemanden, oder doch wirklich mich willst. Ich erhoffe keine Antworten mehr und möchte auf all die wunderbaren Gesten schauen, die sich durch und um unsere Tage ziehen. Ich schaue entzückt auf kleine Nachrichten, lausche Anekdoten und Witzen, denen du erinnerst. Ich könnte nicht glücklicher und doch – nicht zerrissener sein als in all diesen Momenten, möchte ich dich doch mit all meiner Liebe einwickeln, einer wärmenden Wolldecke gleich an einem ungemütlichen Winterabend, möchte dir wortreich Kakao in die Tassen füllen und deine Hände mit Wärme und Beständigkeit füllen. Dein Zögern trägt mich unsicher durch die Nächte und ich höre immer mehr und kann nicht umhin mich zu fragen: Reich ich nicht aus? Reicht der unerschöpfliche Berg an Zuneigung nicht aus um dich in ihm sicher uns sanft zu betten?

Vertrauensfragen stellen wir von Zeit zu Zeit, die du und nicht ich, scherzhaft weglächeln, mich in Unwohlsein zurücklassen. Ich sehe dich mit anderen Mädchen schalkhaft sein und stibitze schamhafte Blicke von deinem Gesicht. Ich möchte mehr sein als nur ein Schritt entfernt von der Normalität, die du mit diesen Mädchen hast. Ich möchte mehr sein als alles. Ich möchte mit dir den Mond bewandern, in seinen Lichtern tanzen und dich beflügeln, nicht festhalten. Sogar dann, wenn mich Zweifel zernagt und ich nichts lieber täte, als meine Sachen zu nehmen und dich hinter mir zu lassen, weil es mir doch zu schwer wird. Weil ich unter der Unsicherheit zu zerbrechen drohe, immer ängstlich, immer ahnend. Und ich überlege hin, ich überlege her und fort treiben mich meine Gedanken an all die wunderbaren Orte, die wir gemeinsam schon besucht haben. An die Nächte, die wir in Dunkelheit verbrachten, durch die Gegend laufend, Arm in Arm. Und dann vermisse ich an einem hellen Dienstag deine Hand in meiner und verzehre mich nach ihr und kann doch nur ein paar leichte Finger spüren.
Bin ich, sind wir dir schon zu selbstverständlich geworden? Ist es Leichtigkeit oder Egalität?
Ich frage meine Lippen und sie suchen nach dir, in jeder Sekunde könnten sie dich finden, wenn du sie nur ließest. Indessen halten sie sich nagend zurück und reagieren vorsichtig auf deine Annäherungen, immer bedacht, dich nicht zu überrennen.
Und in dunklen Stunden denke ich, weit wird unser Weg nicht mehr sein und möchte dann noch mehr jede davon in mich aufsaugen, verzweifelnd konservieren. Könnte ich dich nicht halten, ich wäre haltlos verloren.
Nie habe ich mehr Hoffnung und zugleich Angst verspürt als jetzt.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen