April.
Mit dir ist jeder Tag wie Frühling,
selbst, wenn es draußen schneit.
Es vibriert in mir, alles ist auf
Bewusstsein geschalten. Jede Faser meines Körpers sehnt sich nach dir, verzehrt
sich nach dir, ist bei dir.
In kürzester Zeit hast du mich umgarnt,
mich gefesselt mit deinen Blicken, mich gefangen genommen in deinen Armen. Und
doch schwebe ich durch die Tage als könnte ich nicht leichter sein. Du bist in
mir, über mir, auf mir. Schon jetzt will ich nicht ohne dich sein. Schon jetzt
hört sich lebenslang mit dir ganz wunderbar an.
Berghain.
Nie waren wir uns näher als in
diesem Moment, als die Musik uns umschlang, uns fest aneinander zurrte, mit
weichen seidenen Bändern nah aneinanderlegte. Ich spüre bei jedem Gedanken an
diesen Augenblick deine Wange an meiner, rieche deinen Duft und schmeckte deine
Lippen auf meinen. Nie war ich glücklicher, nie verbundener als dort in diesem
Raum voller Ungewohntem und für dich so Vertrautem. Insane. Es sollte mehr sein
als nur ein Lied. Nicht selten wünsche ich mich in diesen Atemzug zurück. Jedes
Mal, wenn dein schwarzes Shirt mir zwischen die Hände fällt bin ich wieder dort
in diesem Moment.
Mai/Juni/Juli
Ich habe keine Worte für diese Zeit
außer pures Glück. Ich war mir deiner zu sicher. Ach Liebe, wärst du nur nicht
so überschwänglich, so tumultartig. Ich könnte wenigstens standhaft bleiben,
mein Herz ein wenig besser schützen. Doch du greifst es dir mit voller Kraft
und wir tanzen miteinander im Gleichschritt. Was ein Fest, was wir einander
sind. Ich möchte nicht aufwachen aus diesem Traum.
Lass mich dein zuhause sein.
August.
Wir haben den Sommer vorbeiziehen
lassen und nun werfen die ersten Bäume ihre Blätter ab, kaum merklich und doch
– knistert hier und da eines unter den Schuhen. Wir erhaschen zwischen den
Tagen sanfte Sonnenstrahlen, die Sommersprossen blühen und Münder lächeln
lassen. Und durch jede Stunde trage ich deinen Namen in einem kleinen Täschlein
neben meiner Brust. Du bist so wohlig warm und schwer, ich möchte dich nicht
missen.
Wie hätte ich je ahnen können,
dass, schlägt mein Herz im Takt deines Namens, ich ganz eins mit mir bin und
doch so weit entfernt von all der Zukunft, die ich mir in meinen kühnen Träumen
ausmalte. Du wirfst alles um, stellst Ewiges in Frage und machst Mut in Zeiten
tiefster Dunkelheit, einfach weil du bist. Weil dein Lächeln mich ganz
durchdringt, mich im Inneren zerspringen und schillernder denn je
zusammensetzen lässt.
Womit habe ich das verdient, frag
ich. Ich sehnte mich so lang nach Entwicklung, nach Glaube, sehnte mich nach
Hoffnung und Zuversicht. Und nichts davon spüre ich weniger als alles, wenn ich
deinen Augen folge, wie sie meinen Gesichtszügen schmeicheln.
Ich werde noch immer rot, wenn ich
deinen Blick auf mir spüre, ich fühle mich in meiner Verliebtheit ertappt, wenn
meiner gedankenverloren auf dir ruht und du es bemerkst. Ein bisschen habe ich
dich in meinem Gefühl überholt und stehe nun drei Stufen höher auf der
Herzenstreppe, ungeduldig auf der Stelle tretend, auf dich wartend, mich
sehnsüchtig nach dir umdrehend. Doch du bist bedächtig, abwartend, du schaust
noch einmal zurück, lässt dich von Vergangenem einholen, und zögerst noch
immer.
All meine Zweifel packe ich in
Kisten und möchte so gern das Klebeband fest herumzurren, doch, ich warte auf
dich. Du mit all deiner positiven Art bist du mit einem Fuß noch vor der Tür.
Manchmal zweifle ich, ob du nach etwas besserem Ausschau hältst, dir nicht
sicher mit mir bist. Ein anderes Mal stellt sich dein Gefühl lauwarm in den
Raum und ich bin nicht sicher, ob du nur jemanden, oder doch wirklich mich willst.
Ich erhoffe keine Antworten mehr und möchte auf all die wunderbaren Gesten
schauen, die sich durch und um unsere Tage ziehen. Ich schaue entzückt auf
kleine Nachrichten, lausche Anekdoten und Witzen, denen du erinnerst. Ich
könnte nicht glücklicher und doch – nicht zerrissener sein als in all diesen
Momenten, möchte ich dich doch mit all meiner Liebe einwickeln, einer wärmenden
Wolldecke gleich an einem ungemütlichen Winterabend, möchte dir wortreich Kakao
in die Tassen füllen und deine Hände mit Wärme und Beständigkeit füllen. Dein
Zögern trägt mich unsicher durch die Nächte und ich höre immer mehr und kann
nicht umhin mich zu fragen: Reich ich nicht aus? Reicht der unerschöpfliche
Berg an Zuneigung nicht aus um dich in ihm sicher uns sanft zu betten?
Vertrauensfragen stellen wir von
Zeit zu Zeit, die du und nicht ich, scherzhaft weglächeln, mich in Unwohlsein
zurücklassen. Ich sehe dich mit anderen Mädchen schalkhaft sein und stibitze
schamhafte Blicke von deinem Gesicht. Ich möchte mehr sein als nur ein Schritt
entfernt von der Normalität, die du mit diesen Mädchen hast. Ich möchte mehr
sein als alles. Ich möchte mit dir den Mond bewandern, in seinen Lichtern
tanzen und dich beflügeln, nicht festhalten. Sogar dann, wenn mich Zweifel zernagt
und ich nichts lieber täte, als meine Sachen zu nehmen und dich hinter mir zu
lassen, weil es mir doch zu schwer wird. Weil ich unter der Unsicherheit zu
zerbrechen drohe, immer ängstlich, immer ahnend. Und ich überlege hin, ich
überlege her und fort treiben mich meine Gedanken an all die wunderbaren Orte,
die wir gemeinsam schon besucht haben. An die Nächte, die wir in Dunkelheit
verbrachten, durch die Gegend laufend, Arm in Arm. Und dann vermisse ich an
einem hellen Dienstag deine Hand in meiner und verzehre mich nach ihr und kann
doch nur ein paar leichte Finger spüren.
Bin ich, sind wir dir schon zu
selbstverständlich geworden? Ist es Leichtigkeit oder Egalität?
Ich frage meine Lippen und sie
suchen nach dir, in jeder Sekunde könnten sie dich finden, wenn du sie nur
ließest. Indessen halten sie sich nagend zurück und reagieren vorsichtig auf
deine Annäherungen, immer bedacht, dich nicht zu überrennen.
Und in dunklen Stunden denke ich,
weit wird unser Weg nicht mehr sein und möchte dann noch mehr jede davon in
mich aufsaugen, verzweifelnd konservieren. Könnte ich dich nicht halten, ich
wäre haltlos verloren.
Nie habe ich mehr Hoffnung und
zugleich Angst verspürt als jetzt.
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