Nicht, weil mich die Sehnsucht treibt, nicht mehr. Sondern vielmehr, weil.. Ja, warum nur?
Ich habe oft an dich gedacht. Vielleicht, weil mich meine Wege an deinen Spuren vorbeikommen ließen, vielleicht, weil ich an dem ein oder anderen Ort deine Worte im Ohr hatte.
Es ist die Zeit. LIebe geht durch alle Zeiten.
Ich mache mit meinen Jahren die gleichen Entwicklungen, die du damals gemacht hast. Ich erkenne ähnliche Affinitäten und schmecke gleiche Abneigungen. Es ist zum Verrückt werden, wie meine Wahrnehmung noch immer mithilfe meines Marcus-Filters selektiert. Aber ich werde dich nicht los, merkst du das? Und, heute, ist es ein wunderbares Gefühl. Heute schmerzen deine Buchstaben auf meiner Zunge nicht mehr, heute empfinde ich nur ein undefinierbares Wohlsein. Ich habe gelernt dich als Teil meines Lebens zu sehen und aufgehört dich vergessen zu wollen.
Wie könnte ich dich auch vergessen, wenn jeder meiner Entscheidungen doch deine Handschrift trägt?
Es ist gut, dir das zu sagen, ich wäre ohnehin nicht umhin gekommen, an diesem Tag nicht an dich zu denken. Es ist ja schon fast eine Tradition diesen Tag in nostalgischer Schwärmerei bei irgendeinem Umzug abends auf dem Balkon zu verbringen. Diesmal ist es mein eigener - wieder einmal. Wieder eine neue Stadt, einen Bündel neuer Menschen, fremde Gesichter, bekannte Geschichten, die selben Einfältigkeiten.
Dieses Mal ist es nicht Frankfurt, ist es nicht Berlin, ist es keine große Firma, die mich lockt, keine Klinik, die ruft, niemand der mich braucht. Es ist das Studium, das zu Ende gehen wird. Ja, ich weiß, was du denkst - der Umbruch, und das Herz wird schwer. Immer zum Umbruch klingle ich an deiner Tür.
Doch diesmal ist es nicht, weil ich dich vermisse. Natürlich, ich habe dich im Gepäck, ganz gleich, wohin ich reise. Langsam schaffe ich es, gebührenden Abstand zu halten.
Die Verletzung ist überstanden. Ich genieße die Gedanken an die Vergangenheit, weil ich heute nicht mehr durch sie gebremst sondern von ihr getragen werde. Ich wachse über mich hinaus an Orten, die ich nie gewagt habe zu bereisen. McKinsey, PwC, nenn mir einen Namen, in jedem steckt ein wenig du. Selbst in den Städten sehe ich dein Gesicht.
Ich weiß nicht wo du steckst, ob du nur ein paar Flure weiter von mir vor dich hin arbeitest oder weitergezogen bist. Es ist nicht wichtig.
Ich hoffe, es geht dir gut, ich hoffe, du hast mich noch im Herzen.
Der Tag schreibt unsere Geschichte, aber ich habe gelernt, dass ich meine Zukunft nur mit meiner eigenen Feder schreiben kann.
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