Freitag, 30. Dezember 2016

Mr. Burns: "Oh, das kann ne ganze Weile dauern, Smithers. Warum betrinken sie sich nicht und taumeln zu meiner Unterhaltung komisch rum?!"


Ein Wimpernschlag nur, ...

Eine Wimpernschlag nur und deine Arme fühlen sich an, als würde ich nach Hause kommen. Mein Gesicht vergräbt sich vorsichtig an deinem Hals, die Umarmung ist leicht und doch bin ich fortan voller Wärme und Zufriedenheit.
Ich sehe nach langer Zeit in deine Augen, sehe diese ruhigen dunklen Augen, sehe den Witz hinter den Lidern versteckt, erahne einen wartenden Scherz zwischen deinen Lippen, aber du bist freundlich und so zuvorkommend, sodass mich allzuschnell Schüchternheit übermannt. Ach wie so oft, schaffst du mich, mit nur einem Blick.
Ich atme tief durch.
Wieder einmal und doch gleicht es in keinem Schritt dem vergangenen, sitze ich halb euphorisch halb entsetzt in meinem Auto, lasse Felder und Städte, graue Straßen und Bäume hinter mir, erkenne Altes, erahne Neues und vergesse sogleich die vorüberziehenden Namen der Orte auf den großen Schildern. In meinem Kopf kommen vergangene Abende hoch, ich erinnere mich an unsere erste Begegnung, schmunzle. Ich denke an unseren ersten Kuss, aber viel lieber noch denke ich an unser erstes Gespräch und meinen ersten Gedanken über dich - dass du und ich auf dieser Bank irgendwie magisch waren. Die Welt hat sich verändert. Nicht romantisch, oder gar liebevoll. Aber du hast sie schon damals aus den Angeln gehoben.
Kilometer um Kilometer komme ich dieser Idee von kurzweiliger Freiheit und Ruhe näher und mein Herz beginnt wie wild zu schlagen. Wie sehr ich dich und diese so ersehnte Freiheit vermisst habe, merke ich nur langsam, ich bin noch viel zu sehr im Strudel aus Erinnerungen und möglichen Begrüßungsworten. Aufgeregt und doch eigenartig entspannt fahre ich weiter, bis ich endlich abbiege, in deine Straße. Auch hier, irgendwie vertraut und doch neu. Irgendwo hinter all diesen unglaublich hohen Fassaden sitzt du gemütlich auf deinem Bett, die Füße überkreuzt, das Knie leicht wippend.
Wenn ich mir dich vorstelle sehe ich dich so, oder an einer Klippe in die Ferne schauend. Immer lächelnd, immer ein wenig mehr bei dir, ein wenig zufriedener als alle anderen. Aber ich sehe dich auch stets einen Schritt von den anderen entfernt, so nah du ihnen auch bist, so sehr du Gelegenheiten und Gedanken teilst, ganz nah ist niemand.
Ich frage mich kurz, was ich hier mache - ein wenig panisch überlege ich einfach die Straße entalng zu fahren und an ihrem Ende wieder auf die Hauptstraße zurück zu kehren. Umdrehen, zurück zum - Unglück?
Woher kam dieser Ruf, was trieb mich hier her? War es Sehnsucht, oder gar Verlangen? Nach dir? Noch mehr als die Angst vor dem Ungewissen, ist die Angst vorm Zerbrechen. Also fasse ich allen Mut zusammen und steige aus. Das Kleid zerknittert, die Augen müde, ich, nicht minder beunruhigt.

Und dann bin ich so plötzlich bei dir, ist alles ganz entspannt, so richtig. Als wäre es gestern nicht anders gewesen. Als wäre ich im Sommer nicht jeden Abend weinend eingeschlafen, voller Zweifel, voller Sorge. Diese wenigen Stunden, ach was sag ich - Minuten, heilen alles. 

Ein zarter Wimpernschlag, sanft und ganz leicht, bist du, so leicht, dass die Berührung so unwirklich scheint, noch bevor ich sie spürte es schon wieder vorüber ist. 
Wenn ich jetzt an unsere Tage denke sehe ich genau zwei Momente vor mir, vielleicht auch alle anderen, nein ganz bestimmt auch die anderen. Schon während ich von diesen zarten Augenblicken schreiben will, sie herauspicken, sie festhalten, drängen sich ganz einfach all die anderen vor meine Augen. Ich sehe uns herumfahren, ohne Benzin, ich sehe uns laufen, mich mit der Taschenlampe in die Bäume leuchten, ich höre deinen Worten zu von Urlauben und dunklen Abenden in Hängematten. Meine Finger können nicht so viel schreiben und doch - komme ich immer wieder zu diesen zwei Augenblicken zurück. 
Wenn ich also denke, dann sehe ich uns in diesem Zimmer sitzen. Schon als ich ankam, zog es meine Aufmerksamkeit auf sich; die grellen Wände, das Rad aufgehangen wie ein Bild, darunter der alte Schrank mit vielen Büchern und Filmen, ein kleiner Sessel. 
Wir sitzen dort und auf meinen Knien liegt dieses wunderbare Buch, das ich einfach wie ein Andenken an diese Zeit mitnehmen werde, um noch ein wenig mehr Leichtigkeit in meine Welt zurückzutragen, ein Buch voll unglaublicher Geschichten, faszinierenden Orten und voll mit bedingungsloser Liebe. Schon die wenigen Seiten fesseln mich und lassen alles vergessen. Und während ich dort sitze, redest du mit deinem Freund, ihr plant und diskutiert sanft, ich schmunzle erneut, wie eigentlich ständig, wenn ich dir zuhöre, auch, wenn ich es dort eigentlich nicht tue. Und doch erinnere ich mich an jedes Wort, an meine Ideen für euer Rätseln, sehe die Vorstellungen in meinem Kopf. Ach du Kopf. Und während ich dort sitze, lese, ja einfach bin, schaust du mich an und legst ganz selbstverständlich deine Hand auf mein Knie. Diese einfachste Geste, dir nicht bewusst, dir vielleicht sogar egal, ist vollkommenes Glück. Dein Freund fragt, ob ich die Seiten überfliege oder so schnell lese. Ach, lieber Freund, wenn du wüsstest, welche Welten sich hinter meinen Augen schon längst formen, wie viel Freude mir die vorgestellte Fähre macht, voller Kinder, voller Lachen, wie gern ich die Türen des alten Hauses öffnen will, am Tisch mit der rot karierten Decke setzen möchte.
Aber ich bin dort, so unendlich und voller Kraft, dass ich diesen Moment immer wieder Revue passieren lassen, auch jetzt, in den dunklen Stunden, in der Hoffnung in ihm ein wenig Kraft zu finden. Manchmal gelingt es mir, fast. 
Und dann denke ich an den Augenblick als wir im Auto sitzen, auf dem Weg hin und weg vom Strand. Es ist keine richtige Erinnerung, mehr eine Mischung aus diesem Tag. Und es ist vor allem eine der schönsten Erkenntnisse, die ich mit dir gewonnen habe. 
Du weißt nicht, wie viel mir diese Tage bedeutet haben, nicht wahr? Wie kannst du auch, ich sagte es nie, zeigte es nie. Denn jedes Wort wäre falsch, wäre allzu romantisch, allzu dicht. Und dabei ist es das nicht. Ich bin nicht romantisch, wenn ich an dich denke, auch, wenn sich meine Finger gegen diese Sätze wehren und am liebsten hinter all dem Lernen einfach Liebe rufen wollen, ist es doch mehr, viel mehr doch als das. Es ist nicht infantil und lustvoll. Es ist so rein, so in mir, dass ich noch nicht weiß, was es wird, aber ich spüre diese große Entwicklung, und das warst du. Irgendwie. Und ja - schon wieder du. 
Wir sitzen also in diesem Auto, voll mit Rädern und Krümeln, ein bisschen röhrend und alt und so einfach, dass ich seine Einfachheit packen will und sie mir wie einen Schal fest um den Hals legen möchte. Du zeigst auf diesen alten volvo auf der rechten Spur und ich sehe vor mir all die Reisen in solch einem Auto, sehe Kinder und meine Füße vorn auf der Amatur, sehe mich nach hinten beugen, sehe mich Haare streicheln und meine Hand auf dem Fahrerknie. Ich sehe Leben, ich sehe Zukunft. Viel zu lange habe ich mich von Neuen und Sicherem blenden lassen, habe mich in wertigen Autos gesehen ohne zu begreifen, dass das Wertvollste innen sitzt und nur mit mir und meinen Armen beschützt werden muss. Dass Reisen und Weite Wunsch ist und nicht Genügsamkeit. Ich sehne mich nach dunkelgrünen Bäumen, dicken Pullovern und Lagerfeuermomenten. All das sehe ich, wenn ich an dieses Auto denke. Es öffnet dieses Fenster in mir, das so fest verschlossen war, dass seine Scharniere frech knarzen. Aber nun zieht dieser frische Wind durch meine Gedanken und es fühlt sich so gut an. Monatelang hing ich diesem Wunsch nach Familie nach, das ich gar nicht sah, dass er nicht meiner Vorstellung entsprach. Wie befreit ich mich in diesem Moment fühlte. 
Ich konnte mich endlich davon lösen, alles verloren zu haben, als ich merkte, dass das, was ich scheinbar verlor, nicht das war, was ich eigentlich wollte. Wie leicht ich war, wie bei mir. Wie stark ich micht fühlte, meine Idee vom Leben neu entbrennen lassen zu können. Nie fühlte ich mich mehr bei mir als in diesem Augenblick. 
Ich fasste auf dem Rückweg nach deiner Hand auf meinem Bein, und ich würde lügen, nicht wenigestens einen Wimpernschlag nur daran gedacht zu haben, all das mit dir haben zu können. 
Doch natürlich und ach, wie gut der Kopf doch ist, das trügerische Ding, wusste ich nur zu gut, dass nicht ich die war, die du in all deinen Vorstellungen siehst. 
Wir liegen umschlungen im Bett, halb zugedeckt, halb wach, ich atme deinen Geruch, präge mir dein Gesicht ein. Mit dir zu schlafen ist auch hier als würde man ein Fenster öffnen, von dem man nicht wusste, dass es auf zu gehen scheint. Ich weiß nicht, ob es besser war als andere Male, aber es war anders. Sich seiner selbst bewusst zu sein, sich fallen zu lassen und nichts zu erwarten, einfach zu sein. Das machte viel aus. Und so bleiben auch die stürmischen, irgendwie aber doch verschwommenen Momente in Erinnerung, die drehenden Augenblicke, die Weltallbilder, die Schnittchen, die Star Wars Endlossuche und Ingwer. So viel Ingwer. 

Und dann ein Wimpernschlag nur, und alles war wie weggewischt, ein winziges Blinzeln und der Traum löste sich in all seiner Schönheit auf. Ich fuhr davon, die Straße entlang. Deine Umarmung noch spürbar, dein Abschied noch hörbar und in mir das Wissen dich nicht mehr zu sehen, dich nicht mehr zu hören, zu lesen. Dich wieder aus meinem Leben zu lassen. Du Türöffner, du Fensteraufstoßer. Du, irgendwie zur richtigen und ich, doch immer wieder zur falschen Zeit.
Mit all den Lernkärtchen fahre ich nach Hause, zurück in alte Räume. Ich bin die selbe wie vorher, deine Küsse noch auf meiner Haut wie Mahnmale spürbar. Und doch ist alles irgendwie anders, ist verschoben, die Welt, gekippt. 
Ich atme tief ein während die Tage wieder vergehen. Ich lächle, als mich deine Stimme erreicht. Ich mag es dein Schmunzeln zwischen den Worten zu hören und bin ich irgendwie froh, dass ich weiß, dass mit einem lieben Gruß an mich unsere Konversation weiter ging.
Mein Koffer ist so voll gepackt, voller unergründlicher Welten, ein bisschen wie Newt stehe auch ich mit leicht zitternden Knien in einer großen Wartehalle und sehne mich eigentlich nur nach diesem großen Schiff mit dem ich wegfahren kann, mit wemauchimmer an meiner Seite, einen Koffer voller Glück.
Auch, wenn ich weiß, dass es dort irgendwann wieder andere Mädchen geben wird, die für dich mehr als Urlaub bringen. Die in ihrem Gepäck nicht nur Fragen haben, sondern Platz für dich, frage ich mich in schwachen Momenten, ob du überhaupt meinen Koffer tragen könntest. Und schmunzle.


Ein Wimpernschlag nur, mehr bist du nicht, kannst mich nicht halten.

Ein Wimpernschlag nur.



Donnerstag, 29. Dezember 2016

Herbstmomente

Sehnsucht treibt dich zu mir, sagst du. Deine Finger wünschen sich auf meine Haut, sagst du. Und zärtlich streifen sie über meine Schultern, zeichnen die Linien auf meiner Stirn nach, verweilen vorsichtig an meinem Auge, tasten die Wimpern. Deine Lippen küssen sanft meine Nasenpitze. Ich bin müde. Müde vom Leben, von den letzten Tagen. Ich habe kaum an dich gedacht, weil jeder Gedanken an dich auch ein Gedanke an Verrat und Verbot ist und die Süße zu klebrig, zu einladend von den Fingern zu lecken ist. Ich koste dich und bin schon hin und her gerissen.
Ich schließe die Augen und drehe mich um, krabble zurück ins Bett, immernoch dunkel hängt die Nacht hinter den Fenstern als du einfach vor meiner Tür standest. Ein wenig verloren wunderst du im Flur herum, weißt nicht vor, willst nicht zurück. Ich schaue dich an, lächle leicht und du bewegst dich zu mir. Deine kalten Glieder schmiegen sich sehnsüchtig an meinen warmen Körper, wie immer, wenn du ein wenig die Welt ausschließen willst, atmest du tief meinen Geruch aus meinen Haaren, nimmst mich ganz fest in deine Arme, hältst mich.
Es ist so schön bei mir, sagst du.
Meine Haut freut sich über das Wiedersehen, auch, wenn ich weiß, dass es nur von kurzer Dauer ist, ein vollkommender Moment.

ich ärgere mich dort, auf deiner Brust, so willkommen ich auch bin, über all die verpassten Jahre. Es wenig weniger Schüchternheit, ein wenig mehr Zuneigung und wir hätten..
Hätten wir?
Wollen wir?
Will ich das überhaupt?

Du bist gerade Ruhe und Pool. ich möchte gern dort liegen bleiben, deine Hände ewig über meinen Rücken streicheln wissend, ab und an das Haar wegstreichend. Und dann ziehst du mein Kinn zu dir heran, schaust mir in die Augen.

Es könnte so perfekt sein, sagst du.


Ach du Jahr.

Sonnenuntergang ist meine Lieblingsfarbe

Und plötzlich war da Licht. Da war Sturm und Feuer. Ich war ganz ich und doch nicht ich. War Nähe und Schweiß und Lust und Verlangen.

Du kamst so uneingeladen, so voller Kraft, ich wusste gar nicht wie ich dich bremsen sollte. Aber mein Gesicht in deinen Händen ist so unglaublich. Ich möchte meinen Kopf gern länger dort drinnen wissen.
Du kommst und machst so etwas mit mir. Und ich denke - wo warst du nur?

und dann weiß ich - bei deiner Freundin.

Und ich schließe die Augen und lächle das Jahr hämisch an.

Instead of holding my hand, you tell me about the sandwich you made

“One day you fall for this boy. And he touches you with his fingers. And he burns holes in your skin with his mouth. And it hurts when you look at him. And it hurts when you don’t. And it feels like someone’s cut you open with a jagged piece of glass.”

Fernreisen.

Mit gepackten Taschen warte ich auf das neue Leben.

Ich warte und warte und verpasse vor lauter Warterei den Bus.

Ich fühle jeden Tag von neuem. ich spüre den Duft der Blumen auf meiner Haut, rieche die Stille und bin doch weit weg, unberührt, fern ab.

Du bist ganz fern, ich wünsche mir deine Nähe nicht zurück. Jedes Wort an dich, jeder Gedanken in mir von dir ist Zorn, ist mehr noch - Gleichgültigkeit. Ein kleines Aufleuchten zwischen den Tagen, die soviel Neues bringen, ein Geruch hier und da. Doch du bist so weit fort, dass ich kaum noch weiß wie du aussiehst. Und ich vermisse dich nicht, mehr.

Dom.


Ein Brief für dich.
Ich habe in der ganzen Zeit nicht einmal an dich geschrieben. Nicht einmal über dich. Welch wahnwitziges Verlangen hatte ich an dich, wie unerreichbar meine Forderungen.
Seit Tagen kitzeln die Worte hinter den Fingerspitzen, nein, eigentlich schon seit Monaten. Doch immer, wenn ich sie herauslasse, scheint es, als würde ich sie der Wirklichkeit und somit, der Vergänglichkeit übergeben. Doch nun ist es von ganz allein passiert. Du, wir, das uns, gleitet mir so rasant aus den Händen, dass sich meine Finger fast überschlagen während ich an dich denke. Das Du war so groß in meinem Leben, dass ich keine Bewegung machen kann, ohne dich nicht zu berühren, ohne dich nicht zwischen den Wänden zu sehen. Wie fest du dich durch meinen Tag ziehst, fiel mir nie deutlicher als jetzt auf, wo es nicht mehr so ist. Ich greife am Morgen in den Schrank um das Zahnputzglas herauszunehmen und sehe dich vor mir, sehe die andere Zahnbürste in ihrer Verpackung noch unbenutzt auf dich warten. Vergebens. Ich entdecke einen witzigen Augenblick in meinem Tag und vermisse es dir davon zu erzählen. Die Wege zum Einkaufen werden langweilig und trostlos, weil die Regale voller Dinge stehen, die ich gern für dich einkaufen würde. Die Einfachheit der Liebe war mir nie bekannt.
Ich strebte immer nach Perfektion, nach der großartigen, herzzerreßenden Liebe; nach dem Kampf in hoffnungsloser Sehnsucht. Nur das kannte ich. Ich kannte kein ruhiges Beieinander sein, kein Glück durch die Nähe auf einem Sofa, mit vollen Bäuchen aneinandergeschmiegt,, es war immer nur Anstrengung, sich verbiegen, sich weiter austrecken um dem Anderen gerecht zu werden. Idealisierung und Angst haben mich oft blind gemacht für die Schönheit des Normalen. Normal war Abwertung, war weniger als das Perfekte. Sieh, wo es mich hingeführt hat. Ich bin verworren in eigenem Streben nach 100%. Ich bin mir selbst nie genug und doch kann ich im Grunde nicht mehr leisten als das, was ich mache.
Und nun gehe ich wie verirrt durch die Straßen und möchte alle Gedanken an dich abschütteln. Ich möchte mich an den traurigen Erinnerungen festhalten um mich in meiner Entscheidung, uns aufzugeben bestätigt zu wissen. Ich möchte das Schöne wegschieben. Ich hole die Gedanken immer und immer wieder hervor, breche mir jede Nacht das Herz, nur um nicht durch den Wald zu dir zu laufen und dich zu küssen. Denn genauso wenig wie ich weniger als Perfekt für mich zulassen kann, kann ich annehmen nicht richtig zu handeln. Hierbei ist richtig nicht aber richtig für uns, sondern für dich. Ich habe das innere Bedürfnis dich in deiner Zukunftsplanung zu unterstützen, dich unbedingt zu treiben, dir deiner Wünsche und Anforderungen ans Leben bewusst zu werden, weil und hier ist doch die Krux, ich nicht glauben konnte, das dir ein uns, ein uns wie es war, genug sein konnte. Nein, du musstest doch mehr wollen, besser werden, dich steigern, in allem, vor allem herausziehen aus der auswegslosen Situation in deinem Beruf, dich Freundschaften stellen, dich meiner Krtik aussetzen und bestehen. 

Und dabei habe ich mich vergessen. Ich erwartete einerseits, dass du mich priorisierst, und habe mich selbst darunter vergessen an erster Stelle zu setzen; habe vergessen, dich nicht als Individuum, sondern als Teil von mir zu sehen. Nicht nur ich war Teil deiner Welt, auch du ein Teil von meiner. Es ist so schwer zu verstehen, wenn sich Geschriebens so abstrakt darstellt, doch mehr noch als der Wunsch für dein Glück, war der Zweifel, ja gar ein Unverständnis, ein Nichtsehenwollen eines Lebens, das so wie es war, schon ziemlich gut war. Ich war und bin es nicht gewohnt auszureichen. Wie also konnte ich annehmen, dass ein Leben mit mir für dich ausreichend ist? Wie hätte ich ahnen können, dass ein leiser Zweifel kein Absolut, sondern lediglich ein kurzes Innehalten, ein Zögern einer menschlichen Regung gleicht, wenn ich selbst keinem Meter meiner Schritte traue. Wie kann ich ungedrosselte Unterstützung erwarten, wenn ich selbst im ersten Gang durch mein Leben fahre, aus Angst, immer bereit stehen zu bleiben und umzudrehen, sollte sich diese Angst auch nur im Geringsten bestätigen. 

Das Schlimme ist aber, dass es nun so kam und einer dieser Augenblicke mich von meinem Weg abkommen ließ. Einem Stein auf der Straße gleich, der das Auto an die Seite fahren lässt, unkontrolliert in den Graben hinein. Und plötzlich war da Stille. 
Eine Leere in mir ergriff uns und ließ mich in Einsamkeit zurück. Du hast alle Ängste und Unsicherheiten bestätigt, die ich in mir trug. Du drücktest mit nur einem Satz alle wunden Stellen. Und die Angst trieb mich in die Enge, und so wusste ich es nicht besser, als dich aus meinem Leben herauszudrängen. Wie konnte ich auch nicht? Ich konnte nicht gleichzeitig realistisch und stark sein. Es war nur Platz für Angst und Unsicherheit. Elende Gespräche mit mir selbst ließen mich in ungezähmter Verwirrtheit zurück. Ich war wie erstarrt. Ich war in unserer Liebe erstarrt. 

Damals habe ich den Kampf aufgegeben, habe mich meinem vermeintlichen Schicksal gebeugt.
Doch nie zuvor, nie habe ich meine Zukunft so genau vor mir gesehen, wie mit dir. Ich habe in mir all die  Momente, die noch vor uns liegen und ich zerbreche an der Vorstellung, diese Augenblicke nicht erleben zu können. Ich hatte nie den Mann vor Augen, der mit mir durchs Leben läuft, habe mich immer vor den Tiefen gefürchtet, und erst mit dir an Höhen geglaubt. Ich bin bereit all diese Gedanken gehen zu lassen, dich gehen zu lassen.  Du hast nie Bedingungen gestellt, hast mich immer genommen, wie ich in den Tag gekommen bin und ich habe dir stets genügt, war die immer eine gute Freundin. Ich war genug.
Und war es mir selbst nie.Und bin es auch nicht. Und will es - vielleicht - auch nicht.

Die Tage vergehen und höre die Stunden an mir vorüber ticken, ohne dass ich etwas Sinnvolles tue. Ich vergrabe mich in Bildung, blinde Verpflichtungen und bin doch nicht ich. Gesundheit und Auswegslosigkeit zwingt mich zur Pause, zwingt mich zum Nachdenken.
Und so war es, dass ich kaum mehr Augen und Ohren für die guten Dinge hatte, Negativität und Rastlosigkeit zogen ein, Ich versuchte mich zu zerstreuen und schubbste dich aus meinem Leben. Arbeiten wurde zum so bekannten Versteck, war Rückzugsort und Konstante in all dieser wackligen Liebelei.
Hätte ich mich anders verhalten können ? Nein, denn in die Enge getrieben konnte ich nur erstarren. Ich konnte und kann mich nicht im Spiegel betrachten, wie könnte ich diesem ewigen Hin und Her entkommen, wenn nicht weggehen, dich gehen lassen, dich verzweifeln lassen an meiner Mauer. Nicht nur du hast diesen Schutzwall, auch ich. Doch all die Zeit haben wir uns immer um dich gekümmert, haben deine Gedanken und Regungen bewertet und dich aus deiner Einsamkeit geholt und mich manches Mal dabei vergessen. Das einzugestehen tut weh. Es tut so weh Fehler zu machen, weil – und so scheint es wohl – meine Fehler doch stets schwerer wiegen als die der anderen. Vielleicht weil ich sie mir am Ende nicht so verzeihen kann, wie ich es bei anderen versuche.
Ich erwarte keine Absolution von mir selbst und stelle sie anderen doch allzuoft zur Verfügung. Ich nehme menschliche Verfehlungen hin und kann mir selbst nicht Normalität zugestehen. Ich habe wieder einmal das Zetrum meines eigenen Leids berührt und bin eingeschrumpft, habe mich gar verschlossen, aus Angst vor weiteren Schmerzen.  Doch ich muss mich öffnen für die guten Dinge, für die Entwicklung zu einem neuen, besseren Ich. Ich kann mich nicht mehr hinter alten Wunden verstecken, es wird Zeit diese abzuschütteln und es so zu nehmen wie es ist. Ich möchte mich nicht selbst begrenzen, mich ermahnen und zügeln vor der Freude, die auf mich, auf uns hätte warten können.  Doch immer dann, wenn man einen Zeh, selbst den kleinsten nur, über diese dünne, unsichtbare Line führt,  zögernd und ängstlich, doch, wenn man es tut, wenn man diesen winzigen Zeh über diese Linie bringt, ist alles vorbei und man kommt nicht mehr zurück. Man gibt sich hin, nicht ganz und doch, genug um strudelartig ins Verderben zu fallen. Immer wieder. Ganz gleich, wie sehr man versucht diesen Moment hinauszuzögern, ganz gleich, wie lang man die Hosen probiert, sie zwischen den Händen hn und her wiegt, irgendwann, kommt man dieser Linie so nah, dass die Versuchung, der Wunsch so groß wird, das man sich doch herantastet, allen Warnungen zum Trotz, allen Erfahrungen zum Trotz. Zum Trotz.
Ist es Trotz? Oder ist es Hoffnung? Ist der erneute Versuch unbeschadet hinter diese Linie zu kommen, die Unterschrift der Hoffnung? Treibt uns die Qual der Vergangenheit oder die Hoffnung auf das zukünftige Gute? Was sollte uns treiben? Angst oder Zuversicht? Wer ist der bessere Guide durch diesen undurchdringbaren Irrgarten?
Ich schreibe für uns und auch für mich. Einander zu lieben, heißt manchmal auch sich selbst zu verzeihen. Ich kann nicht vergessen, sieh nur wie Vergangenheit mich prägt. Wie könnte ich vergessen, was mich zu diesen Worten und zu diesen neuen Wegen geführt hat? Erinnerungen bauen die Brücken zu neuen Ufern, also lasse ich ihnen einen Platz auf dem Sofa frei, einen kleinen nur, doch genug um teilzuhaben an den neuen Gästen im Leben, an den frischen und zwanglosen Gesprächen, ich halte sie fest, weil sie Begleiter waren und Richtungen weisen, sie erleuchten manche Stille und geben Augenblicken Gewicht. Wer wären wir, wenn wir das Vergangene nicht mit in die Gegenwart nähmen?
Ich kann verzeihen, ich muss mir verzeihen, eine wirkliche Liebe gehen gelassen zu haben, aus Angst mir selbst nicht gerecht zu werden und habe dabei übersehen, schon längst das Beste gefunden zu haben, was ich finden kann. Ohne, dass es weniger als das Beste ist, was ich erwartete. Dennoch:

Dich zu halten, wäre Rückschritt.  

Ich weiß, ich müsste mutiger sein, doch der Enttäuschung liebstes Kind ist mir diese heimischer als jede Zuversicht. Ich wünschte, in deinen Worten fände ich nicht so viele Zweifel. Ich würde, ich hätte, ich wünschte.
Trügerische Worte,  trügerisches Herz.
Wie die Worte mich immer ein paar Augenblicke zu spät zu finden scheinen. Und während mir die Sonne die Sicht versperrt, schüttelst du alle Berührungen ab und verschwindest in der Ferne. Ich möchte dich so gern lassen, weil ich weiß, nein, eher, weil ich hoffe, dein Weg wäre der richtigere für uns, Auch, wenn das bedeutet kein wir mehr zu sein. So sehr das Herz sich das wünschte. Pläne, Aufgaben, das kann ein Herz nicht allein, dafür braucht man zwei, die im Gleichschritt schlagen, doch ich weiß nicht einmal mehr, ob du überhaupt noch gehen möchtet. Und ich, ich könnte nicht mutiger sein, als heute.

Letztlich schreibe ich für dich. Ich schicke dir diese Worte, denn Worte, gedruckt, festgehalten auf Papier, in deinen Händen werden dich ein Leben lang begleiten und wenn ich nicht mehr sein kann, als das, möchte ich der gute Gedanke sein. Dann möchte ich der Gedanke sein, der dir sagt, dass du genug warst. Ein Leben, das mir keine Angst vor Tiefen machte. Ich möchte dir all die wunderbaren Dinge sagen, weil du wunderbare Worte in deinem Leben brauchst, wenn dich Zweifel und Angst heimsuchen. Worte, die dir zeigen, dass du nicht allein warst, auch, wenn es nur ein kurzer Abschnitt war, und wenn es irgendwann wieder Menschen gibt, die dich ganz erfüllen. Lass mich ein stiller Gedanke sein, der dich unterstützt und dich leise antreibt, wenn dich Lethargie und Antriebslosigkeit heimsuchen. Für Mauern hast du keinen Grund, und es tut mir leid und weh, dich mit dieser bröckligen Masse um dich herum zurückzulassen, so gern ich dir helfen würde, ist es Zeit für uns beide die Mauern einzureißen und uns für das Gute in unserem Leben zu öffnen. Öffne dich für das Gute, sei stark und mutig. Sieh wohin uns Ängste führten.

Dich verloren zu haben ist wohl am Ende der größte Glück. Mein Herz bleibt bei mir, bereit für neue Lieben. 

Momentaufnahmen


Endloszeiten.

Sich selber lieben. Sich selber verzeihen.
Das sind die größten Lernkarten, die man im Leben bekommt.
Lernkarten. Was sind das? Einem geflügelten Wort gleich schwirrt es seit einigen Wochen durch unsere Tage.
Manchmal glaube ich, es sind Momente, die uns an den Haaren ziehen, uns zurückhalten, bis wir mit der Nase ganz dicht an ihnen stehen, ihren Atem in unserem Nacken. Die Augen starr vor Angst. Sie zeigen uns Sehnsüchte und Fehler, zeigen uns, wo wir dunkle Räume haben, die wir mit Licht füllen müssen. Es sind Momente voller Zuversicht, in denen wir glauben, das Leben nun endlich verstanden zu haben, um dann doch plötzlich wieder im Dunkeln zu tappen.
Sie sind vielleicht ein wenig wie Malen nach Zahlen, bloß, dass es keine Liste gibt, welche Zahl, welche Farbe ist. Und wir müssen herausfinden, was wohin gehört, wir rätseln herum und drehen und wenden uns im Kreis.

Lernkarten.
In meinem Kopf stelle ich mir eine kleine Kiste zur Seite, in die ich all diese Kärtchen chronologisch einornden kann. Oftmals muss ich eine hinausnehmen, noch einmal nachlesen. Denn das Leben schenkt uns immer wieder die gleichen Aufgaben, bis wir die passende Lösung für sie haben. Und manchmal müssen wir einen Lösungsweg überdenken, die Formel ändern. Und manchmal.
Ich mag diesen Begriff, Lernkärtchen. Er schafft für mich die Möglichkeit der Entwicklung, schafft Raum für Neues. Meine größte Angst ist Stillstand. Nicht Ruhelosigkeit. Ich liebe die Stille, die Ferne, ja auch das Alleinsein. Ein ewiges den Gedanken nachhängen. Aber Stillstand, nein. Wie oft verschenken wir Zeit an unnütze Situationen. Wie oft glauben wir, mit den falschen Menschen Zeit verbracht, bessere Chancen verpasst zu haben. Immer wieder spielen meine Gedanken um diesen Mann, dem ich meine letzten zwei jahre geschenkt habe und ich komm nicht umhin mich zu fragen - ... ist die Zeit mit ihm sinnlos gewesen, habe ich sie verloren?
Ich versuche mich dann an die guten Momente zu erinnern, an die lauen Sommerabende auf dem Balkon, an die ruhigen Frühlingstage, Hand in Hand, oder eingewickelt in die Bettdecke. Ich versuche mir seinen ruhigen Atmen vorzustellen, stets in der Hoffnung, die Verzweiflung ein wenig weiter weg zu schieben. Das machen Lernkärtchen aus. In den schimmsten Augenblicken Fortschritt zu sehen, Entwicklung herauszukitzeln. Sich an die Hoffnung zu hängen, so schwer es auch scheint.
Ich stehe also vor diesem undurchsichtigen Haufen meiner Zukunft und versuche mich neu zu sortieren. Dort sind Lebensplanungen verloren gegangen, Träume geplatzt, Pläne nicht aufgegangen. Wie ordnet man sich da neu, ohne daran zu zerbrechen?
Nach und nach nehme ich die einzelnen Puzzleteile und setze sie wieder zusammen. Sich daran zu erinnern, warum man Dinge beendet, woher die Schmerzen kamen, ist wohl das Schwierigste. Denn allzuoft kommen Gedanken, die einen fragen lassen – war es nicht doch gut? Hätte es nicht besser werden können, wenn ich der ganzen Sache noch etwas Zeit gegeben hätte? Wie viel Zeit braucht lebenslang? Und ich weiß ganz tief in mir - Mit ihm – hat sich lebenslang eher nach lebenslänglich angehört.
Ich ziehe mir also immer wieder die Gefühle an um weiter zu gehen. Ich lege sie wie einen dicken Schal um den Hals, schnüre mir die Vergangenheit mit Dopppelknoten an die Laufschuhe.  Das ist, als würde man sich das wichtigste im Text mit einem Marker markieren, vielleicht sogar ein post it an die Ecke. So blättert man voran und wenn man etwas nicht versteht kehrt man fix zu dieser Stelle zurück, die einem wieder die nötigen informationen gibt. Man hat den Merksatz wieder vor Augen, doch man blättert allzuoft und manchmal kommt man auf einer falschen Seite an und muss ein Gefühl wieder erleben, das zerrt. Es zerrt an den Kräften, an den wenigen Stärken, die man in seinen Rucksack einpacken konnte. Wenn man weiterziehen will, kann man nicht einen ganzen Koffer voll Ballast und Proviant mitnehmen. Man nimmt das Nötigste mit, man zieht die guten Laufschuhe an. Doch wenn man los läuft, weiß man noch gar nicht, dass es ein Marathon wird. Aber man ahnt, das wird ein Langstreckenlauf und das Ziel ist weit entfernt. Strauchelt man, oder muss gar ein paar Schritte zurück, ist die Wegzehrung schnell verbraucht.
Doch hat man die ersten Etappen erreicht, die Reserven sidn wieder aufgefüllt, kann es weiter gehen. Die Lernkärtchen wie einen freundlichen, stillen Begeleiter im Rucksack.
Und auch, wenn man den Weg nicht kennt.  – man geht weiter, Schritt für Schritt.

Ich habe wenig Worte über ihn verloren, so viele ich für frührere Lieben hatte, für ihn gab es nur vereinzelte. War er nicht prägend genug? Nicht tief genug? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht war es zuwenig in meinem Kopf, zu sicher, zu real. Ich habe wenig hinterfragt, habe gelebt. Sehr geliebt. Vielleicht ist deswegen die Enttäuschung so groß-  mich selbst so verschätzt zu haben.
Doch ich nehme das Lernkärtchen, schreibe liebevoll all die Worte auf, die mich an diese Augenblicke erinnern, die mir helfen sollen, den Weg zu finden und gehe voran. Schritt für Schritt.
Auch das vom Leben lernen ist ein endloser Weg. Ob es überhaupt ein Ziel gibt, glaube ich nicht. Aber es gibt ein – nah dran an deinen Werten, an deinen Wünschen und Träumen. Und je größer deine Träume sind, umso größer scheinen die Hürden, umso länger der Weg. 

Alles, was du brauchst sind gute Laufschuhe.

Fischküsse


Fischküsse.

Du küsst so unglaublich. Nicht nur mit deinen Lippen, sondern mit deinen Augen, deinen Händen. Wenn du meinen Mund küsst, ist es, als würden deine Lippen jeden Teil meines Körpers berühren.

Aber wenn ich von deinen Küssen spreche, muss ich auch von deinen Augen sprechen, ich muss von deinen Worten sprechen, von deinem Körper. Ich muss von deiner eindringlichen Art sprechen, diesem Blick, der mich durchschaut.  Ich muss von seinem Charme berichten und dem wohligen Gefühl, das deine Stimme auf meiner Haut hinterlässt.
Am Ende rede ich von deinen Küssen, aber eigentlich hast du mich berührt.

Und wenn ich von dir spreche, sehe ich dich wie zum ersten Mal. Ich erinnere mich an mein Lächeln, das ich nicht unterdrücken konnte. Ob du es schon gleich gesehen hast?
Vielleicht bin ich nur eine deiner unzähligen Eroberungen, vielleicht hast du Angst zu versagen? Vielleicht waren meine Küsse für dich nicht so aufregend.
Und eigentlich – waren es nicht deine Küsse, sondern das, was du mit mir gemacht hast.
Du hast mich gesehen. Wirklich gesehen – mit beiden Augen.
Da macht das küssen auch viel mehr Spaß. Küsse mit den Augen schmecken wie Erdbeereis. Süß und frisch.
Mit dir zu reden war nicht anstrengend, war einfach leicht. Und doch, als würde ich mit beiden Beinen tief im kühlen Wasser stehen. Erfrischend intensiv.

Jetzt windest du dich wie ein Fisch im Netz, bist kaum greifbar, irgendwie rar. Machst du dich interessanter oder ist das Interesse weg? So oder so – ein Spiel kann ich nicht spielen, dessen Regeln ich nicht kenne.
Also schaue ich irritiert in das Netz hinein, bewundere deine wunderbar glänzenden Schuppen, sehe deine kräftigen Flossen, ich möchte dich packen, aber meine Hände sind starr. Ich möchte dich küssen, deine Lippen aber sind kalt. 


Und letztlich ist es nur ein Aufwachen aus dem erstickenden Gefühl der Einsamkeit, einem Aufatmen gleich. Fisch hin, Fisch her.