Fischküsse.
Du
küsst so unglaublich. Nicht nur mit deinen Lippen, sondern mit deinen Augen,
deinen Händen. Wenn du meinen Mund küsst, ist es, als würden deine Lippen jeden
Teil meines Körpers berühren.
Aber
wenn ich von deinen Küssen spreche, muss ich auch von deinen Augen sprechen,
ich muss von deinen Worten sprechen, von deinem Körper. Ich muss von deiner
eindringlichen Art sprechen, diesem Blick, der mich durchschaut. Ich muss von seinem Charme berichten und dem
wohligen Gefühl, das deine Stimme auf meiner Haut hinterlässt.
Am
Ende rede ich von deinen Küssen, aber eigentlich hast du mich berührt.
Und
wenn ich von dir spreche, sehe ich dich wie zum ersten Mal. Ich erinnere mich
an mein Lächeln, das ich nicht unterdrücken konnte. Ob du es schon gleich
gesehen hast?
Vielleicht
bin ich nur eine deiner unzähligen Eroberungen, vielleicht hast du Angst zu
versagen? Vielleicht waren meine Küsse für dich nicht so aufregend.
Und
eigentlich – waren es nicht deine Küsse, sondern das, was du mit mir gemacht
hast.
Du
hast mich gesehen. Wirklich gesehen – mit beiden Augen.
Da
macht das küssen auch viel mehr Spaß. Küsse mit den Augen schmecken wie
Erdbeereis. Süß und frisch.
Mit
dir zu reden war nicht anstrengend, war einfach leicht. Und doch, als würde ich
mit beiden Beinen tief im kühlen Wasser stehen. Erfrischend intensiv.
Jetzt
windest du dich wie ein Fisch im Netz, bist kaum greifbar, irgendwie rar.
Machst du dich interessanter oder ist das Interesse weg? So oder so – ein Spiel
kann ich nicht spielen, dessen Regeln ich nicht kenne.
Also
schaue ich irritiert in das Netz hinein, bewundere deine wunderbar glänzenden
Schuppen, sehe deine kräftigen Flossen, ich möchte dich packen, aber meine
Hände sind starr. Ich möchte dich küssen, deine Lippen aber sind kalt.
Und letztlich ist es nur ein Aufwachen aus dem erstickenden Gefühl der Einsamkeit, einem Aufatmen gleich. Fisch hin, Fisch her.
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