Donnerstag, 29. Dezember 2016

Herbstmomente

Sehnsucht treibt dich zu mir, sagst du. Deine Finger wünschen sich auf meine Haut, sagst du. Und zärtlich streifen sie über meine Schultern, zeichnen die Linien auf meiner Stirn nach, verweilen vorsichtig an meinem Auge, tasten die Wimpern. Deine Lippen küssen sanft meine Nasenpitze. Ich bin müde. Müde vom Leben, von den letzten Tagen. Ich habe kaum an dich gedacht, weil jeder Gedanken an dich auch ein Gedanke an Verrat und Verbot ist und die Süße zu klebrig, zu einladend von den Fingern zu lecken ist. Ich koste dich und bin schon hin und her gerissen.
Ich schließe die Augen und drehe mich um, krabble zurück ins Bett, immernoch dunkel hängt die Nacht hinter den Fenstern als du einfach vor meiner Tür standest. Ein wenig verloren wunderst du im Flur herum, weißt nicht vor, willst nicht zurück. Ich schaue dich an, lächle leicht und du bewegst dich zu mir. Deine kalten Glieder schmiegen sich sehnsüchtig an meinen warmen Körper, wie immer, wenn du ein wenig die Welt ausschließen willst, atmest du tief meinen Geruch aus meinen Haaren, nimmst mich ganz fest in deine Arme, hältst mich.
Es ist so schön bei mir, sagst du.
Meine Haut freut sich über das Wiedersehen, auch, wenn ich weiß, dass es nur von kurzer Dauer ist, ein vollkommender Moment.

ich ärgere mich dort, auf deiner Brust, so willkommen ich auch bin, über all die verpassten Jahre. Es wenig weniger Schüchternheit, ein wenig mehr Zuneigung und wir hätten..
Hätten wir?
Wollen wir?
Will ich das überhaupt?

Du bist gerade Ruhe und Pool. ich möchte gern dort liegen bleiben, deine Hände ewig über meinen Rücken streicheln wissend, ab und an das Haar wegstreichend. Und dann ziehst du mein Kinn zu dir heran, schaust mir in die Augen.

Es könnte so perfekt sein, sagst du.


Ach du Jahr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen